Im Gründerview stellen wir in regelmäßigen Abständen spannende Startups vor. Heute an der Reihe: BIMraum. Das Startup hat eine KI-gestützte Software für Mengenermittlung entwickelt, die Mengen in Sekunden ermittelt, prüft und verknüpft und so digitale Zusammenarbeit endlich zuverlässig und für alle zugänglich macht.
Euer Startup in einem Tweet?
Mengenermittlungen sind einer der größten Engpässe im Bauwesen: langsam, fehleranfällig und komplex – selbst mit BIM. Proxino löst genau das. Unsere KI-gestützte Software ermittelt, prüft und verknüpft Mengen in Sekunden und macht digitale Zusammenarbeit endlich zuverlässig und für alle zugänglich. Wie das iPhone der Bausoftware verwandelt Proxino komplexe Prozesse in einfache, präzise Workflows. Das Ergebnis: schnellere Projekte, weniger Kosten, weniger Verschwendung und echte digitale Bauqualität.
Wie ist eure Geschäftsidee entstanden; was war der initiale Funke?
Die Idee zu BIMraum entstand direkt aus der Baupraxis. Ich habe über sieben Jahre als BIM-Managerin erlebt, wie fehlerhafte Mengen, manuelle Prüfprozesse und unklare Workflows enorme Zeit- und Kostenverluste verursachen. Mir wurde klar: Die Branche braucht eine Lösung, die BIM-Consulting und Softwareentwicklung kombiniert und Mengenermittlung endlich einfach, zuverlässig und automatisiert macht. Anfang dieses Jahres entstand der erste Prototyp, aktuell finalisieren wir das MVP. Ab Januar 2026 starten wir in die Pilotphase – und suchen Partner, die den digitalen Wandel aktiv mitgestalten wollen.
Wie groß ist euer Team, wer gehört dazu und wie habt ihr euch gefunden?
Ich, Gizem Celebi Marques, habe Proxino initiiert und arbeite aktuell mit einem externen Partner zusammen, den ich Anfang des Jahres auf der Suche nach einem CTO kennengelernt habe. Wir wurden über eine gemeinsame Freundin zusammengebracht, die ebenfalls an KI-Software arbeitete, dann aber einen anderen Weg einschlug. Mein Mann unterstützt uns zusätzlich im Marketing und IT, wo er kann. So entsteht ein kleines, engagiertes Team, das Proxino zu einem echten Gamechanger macht.
Wer profitiert von eurer Idee und warum?
Der ursprüngliche Gedanke war, dass vor allem Bauunternehmen, Planungsbüros und Projektentwickler von unserer Idee profitieren, da Mengenermittlungen oft Engpässe verursachen und viel Zeit kosten. Mit Proxino können sie Mengen in Sekunden prüfen, verknüpfen und Fehler vermeiden – schneller, präziser und einfacher als je zuvor.
Bei genauerem Betrachten profitieren aber auch Bauherren, Projektsteuerer und die öffentliche Hand von unserer Lösung: Kostenkalkulationen werden verlässlicher, Projekte laufen effizienter, Verschwendung wird reduziert und die Qualität steigt. Proxino macht die digitale Zusammenarbeit im Bau für alle Beteiligten wirklich nutzbar.
Wie sieht euer Arbeitsalltag aus – gibt es überhaupt schon so etwas wie einen „Alltag“?
Die Tage bei uns sind geprägt von Netzwerkevents, Accelerator-Programmen, Mentoring, Kundengesprächen, Projektarbeit sowie Softwareentwicklung und Testings. Als CEO eines Start-ups übernimmt man alle wichtigen Rollen: Marketing, Vertrieb, IT, Produktmanagement und vieles mehr. Es ist extrem spannend – vor allem, weil Fortschritte hier viel schneller sichtbar werden als in einem großen Konzern. Ich liebe es!
Weshalb habt ihr euch für einen Accelerator wie das CyberLab entschieden?
Wir stehen als Start-up vor vielen Fragen und Herausforderungen – und wollen von Anfang an die richtigen Entscheidungen treffen. Vereine wie das CyberLab haben bereits hunderte Start-ups begleitet und können wertvolle Erfahrungen weitergeben. Das hilft uns, typische Fehler zu vermeiden und unsere Energie voll auf das Wachstum und die Weiterentwicklung unseres Angebots zu konzentrieren.
Welches Startup hat euch am meisten begeistert oder inspiriert?
Am meisten begeistert hat mich das Startup Valoon, da sie aus der gleichen Branche kommen. Besonders beeindruckend fand ich, dass sie nicht aufgegeben haben, als sie merkten, dass der deutsche Markt nicht der richtige war, sondern weitergemacht haben und inzwischen international – unter anderem in Südamerika und Afrika – erfolgreich tätig sind.
Was ist der nächste große Schritt?
Der nächste große Schritt für BIMraum ist die Präsenz auf der BIM World Munich in diesem Jahr. Auf der Bühne wird unsere Gründerin eine Lösung vorstellen, die einen zentralen Engpass der Baupraxis adressiert: Digitale Prozesse funktionieren nur dann, wenn alle Projektbeteiligten sie nutzen können – nicht nur BIM-Experten.
Über welche Stolpersteine musstet ihr während der Gründung steigen?
Als Student hat man oft weniger Verpflichtungen gegenüber Familie oder anderen Lebensbereichen. Für mich war es etwas anderes, den sicheren „Jobhafen“ zu verlassen und jeden Tag ein kleines Abenteuer zu erleben. Diese Veränderung wirkt sich natürlich auch auf Partner und Familie aus. Abgesehen davon sind mir bisher keine größeren Stolpersteine begegnet.
Habt ihr einen Rat oder Tipp an andere Gründer:innen?
Gründet vor allem dann, wenn ihr Leidenschaft und Disziplin gleichermaßen einbringen könnt. Der Rest entwickelt sich fast von selbst, und wenn ihr wirklich 110 % gebt, werdet ihr überrascht sein, wie vieles euch plötzlich entgegenkommt.




















