Im Gründerview stellen wir in regelmäßigen Abständen spannende Startups vor. Heute an der Reihe: WAYSSART Solutions. Das Startup hat eine KI-unterstützte Software-Lösung für die Bewältigung von Großschadenslagen und Migrationsbewegungen entwickelt. Im Interview sprachen wir mit dem Gründer Sebastian Wayß und stellten ihm die bekannten zehn Gründerview-Fragen.
Euer Startup in einem Tweet?
WAYSSART Solutions bietet einen Ansatz für integriertes Krisenmanagement, der bisher fehlt: Eine KI-unterstützte Software-Lösung für die Bewältigung von Großschadenslagen und Migrationsbewegungen. Registrierung, Verteilung und Versorgung von Personen auf einer resilienten und intelligenten Plattform für alle beteiligten Akteure.
Wie ist eure Geschäftsidee entstanden; was war der initiale Funke?
Ich bringe rund 15 Jahre Erfahrung aus dem öffentlichen Sektor mit und war als Führungskraft an Einsätzen in Deutschland, der Türkei, dem Libanon und Syrien beteiligt. In vielen dieser herausfordernden Situationen waren die verfügbaren Mittel äußerst begrenzt: Tabellen und Klemmbretter. Mir wurde klar, dass es hier einen massiven digitalen Rückstand gibt. Genau das wollen wir mit WAYSSART Solutions ändern.
Wie groß ist euer Team, wer gehört dazu und wie habt ihr euch gefunden?
Aktuell sind wir zu zweit und arbeiten zusätzlich projektbasiert mit erfahrenen Freiberuflern zusammen. Als Solo‑Gründer habe ich Sören Weber zunächst als Freelancer kennengelernt. Die erste Zusammenarbeit war so überzeugend, dass wir uns entschieden haben, gemeinsam an WAYSSART Solutions zu arbeiten. Seitdem verantwortet Sören als CTO die technische Entwicklung.
Wer profitiert von eurer Idee und warum?
Unsere Plattform richtet sich an Gemeinden, Kommunen, Behörden und Organisationen, die sich mit den Themen Migration, Bevölkerungsschutz und Verteidigung befassen müssen. Sie steigert die Resilienz und Effizienz bestehender Strukturen und senkt nachhaltig Kosten. Möglich wird das durch eine zentrale Plattformlösung, die isolierte Insellösungen ersetzt und Arbeitsabläufe vereinheitlicht und vereinfacht.
Wie sieht euer Arbeitsalltag aus – gibt es überhaupt schon so etwas wie einen „Alltag“?
Sören ist derzeit stark in die Weiterentwicklung unserer Software sowie die Einführung bei unseren Kunden eingebunden. Die Basisanwendung ist bereits marktfähig, die KI‑Features befinden sich aktuell in der Planungsphase. Ich verantworte die Geschäftsführung und das Business Development und arbeite gleichzeitig gemeinsam mit Sören an der Weiterentwicklung unseres Produkts.
Weshalb habt ihr euch für einen Accelerator wie das CyberLab entschieden?
Das CyberLab bietet uns eine wertvolle Plattform, um uns mit Investoren, Mentoren und anderen Startups zu vernetzen. Der Austausch und das Mentoring haben bereits deutlich positive Effekte erzielt. Gerade in dieser Phase ist es enorm hilfreich, von den Erfahrungen anderer zu profitieren.
Welches Startup hat euch am meisten begeistert oder inspiriert?
Helsing als erstes deutsches Unicorn im Defence Bereich.
Was ist der nächste große Schritt?
Derzeit starten wir unser Pre‑Seed‑Fundraising für die Entwicklung der KI‑Komponente. Parallel bewerben wir uns auf mehrere Großaufträge im öffentlichen Sektor und befinden uns dabei bereits in fortgeschrittenen Gesprächen.
Über welche Stolpersteine musstet ihr während der Gründung steigen?
Wir hatten das Privileg, bereits während der Gründung unseren ersten großen Kunden zu gewinnen. Die größte Herausforderung war jedoch eindeutig die deutsche Bürokratie. Lange Bearbeitungszeiten, komplexe Auflagen und starre Förderstrukturen machen Gründern das Leben hierzulande oft unnötig schwer.
Habt ihr einen Rat oder Tipp an andere Gründer:innen?
Startet nicht erst mit dem Marketing, wenn das Produkt vermeintlich perfekt ist. Geht von Tag eins an nach draußen, sucht den Dialog und baut Sichtbarkeit auf. Technische Exzellenz allein reicht nicht. Ohne Sichtbarkeit findet auch das beste Produkt keinen Markt.



















