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Sauberes Trinkwasser gilt in Deutschland als Selbstverständlichkeit. Doch in ungenutzten Wasserleitungen können sich gesundheitsschädliche Bakterien wie Legionellen vermehren – ein Risiko, das oft unterschätzt wird. Das Startup Aqvior möchte die Wasserhygiene automatisieren und sorgt mit intelligenten Hygienespülungen für sichere Wasserqualität, ohne aufwendige Umbauten. Im Interview sprachen wir mit dem Aqvior-Team und stellten ihm die bekannten zehn Gründerview-Fragen.

Euer Startup in einem Tweet?

Deutschland steht für exzellentes Trinkwasser – doch in ungenutzten Leitungen droht Gefahr durch Bakterien, genauer gesagt Legionellen. Besonders für saisonale Hotels ist das ein enormes Risiko. Mit Aqvior upgradest du in Minuten auf die beste Wasserqualität durch automatisierte Hygienespülungen, ganz ohne Badsanierung.

Wie ist eure Geschäftsidee entstanden; was war der initiale Funke?

Durch unsere langjährige Erfahrung in der Sanitärbranche ist uns aufgefallen, dass sich im Badezimmer in den letzten 20 Jahren kaum etwas außer der Farbe der Fliesen verändert hat. Armaturen und Duschen? Alles beim Alten. Doch als wir mit der Legionellenproblematik konfrontiert wurden, wurde uns klar: Hier geht es nicht nur um Ästhetik oder Komfort – hier geht es um ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko.

Wie groß ist euer Team, wer gehört dazu und wie habt ihr euch gefunden?

Wir sind zu dritt: Fabian, Lina und Timon. Fabian und Timon haben sich bei einem CyberLab Team-Up Event kennengelernt, sind über die Zeit Freunde geworden und haben schließlich beschlossen, gemeinsam an Aqvior zu arbeiten. Mit Lina wollten wir eine Mitgründerin ins Team holen, die uns ergänzt – mit unternehmerischem Hintergrund und Einblicken in Wasserproblematiken aus anderen Nationen.

Wer profitiert von eurer Idee und warum?

Hotels, Airbnbs, Resorts – aber ganz besonders Hotelmanager:innen. Denn per Gesetz haften sie persönlich für die Gesundheit ihrer Gäste. Es geht nicht nur um eine schlechte Bewertung, es geht um Menschenleben.

Wie sieht euer Arbeitsalltag aus – gibt es überhaupt schon so etwas wie einen „Alltag“?

Als Seed-Stage-Startup treffen wir uns jeden Morgen, um unseren Fokus auf unser aktuelles Hauptziel auszurichten: den Product-Market-Fit. Nachmittags arbeitet jede:r konzentriert an den eigenen Aufgaben. So stellen wir sicher, dass wir alle am gleichen Strang ziehen. Von unseren zwei Standorten in Heidelberg und Karlsruhe aus sind wir nah an unseren Pilotkunden und einem starken Startup-Ökosystem.

Weshalb habt ihr euch für einen Accelerator wie das CyberLab entschieden?

Wir haben durch andere Gründer:innen vom CyberLab erfahren und schnell gemerkt, wie wertvoll die Erfahrungen aus dem Accelerator für sie waren. Durch sein hervorragendes Netzwerk an Industriepartnern bietet das CyberLab das ideale Umfeld, um unseren Markteintritt erfolgreich zu gestalten und die richtigen Kontakte zu knüpfen. So können wir unsere Vision Schritt für Schritt verwirklichen.

Welches Startup hat euch am meisten begeistert oder inspiriert?

Die Wahl fällt schwer, aber “heat it” begeistert uns am meisten. Als Hardware-Startup zu sehen, wie sie sich konsequent auf die Produktentwicklung fokussiert haben und inzwischen in mehrere Länder expandieren – das ist wirklich inspirierend für uns.

Was ist der nächste große Schritt?

Nach unserem Gewinn bei GROW 2026 war eines unserer Ziele, unsere ersten Pilotinstallationen zu starten. In den vergangenen Monaten haben wir ohne Pause daran gearbeitet, dieses Ziel Realität werden zu lassen. In den nächsten Monaten wird unser erster Vorserien-Prototyp von echten Kunden im Alltag getestet.

Über welche Stolpersteine musstet ihr während der Gründung steigen?

Es ist sehr leicht, in einen „Confirmation Bias“ zu verfallen, schließlich ist das eigene Startup wie ein Baby, und man glaubt schnell, dass alles perfekt ist. Aber durch den Accelerator haben wir gelernt: Annahmen sind keine Fakten, sondern lediglich Hypothesen. Deshalb setzen wir auf schnelle Iterationen und testen unsere Ideen so früh wie möglich in der Praxis.

Habt ihr einen Rat oder Tipp an andere Gründer:innen?

Sprecht so früh und so oft wie möglich mit eurem Kunden. Versteht sein Verhalten, findet heraus, was ihm wichtig ist, denn sein Feedback ist unbezahlbar. Und wartet nicht darauf, dass alles perfekt ist. Das wird es nie sein. Also: Make your move!